DSGVO-Strafe
Birgit von Maurnböck

Birgit von Maurnböck

Videoüberwachung: 10,4 Millionen Euro DSGVO-Strafe

Wissen Sie, wann und wo Sie videoüberwachen dürfen und wie Sie mit den Aufnahmen umzugehen haben? Die Antwort darauf sowie eine Warnung, was bei einem Verstoß passieren kann, erhalten Sie in diesem Beitrag.

Das Unternehmen „notebooksbilliger.de“ hat über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren Mitarbeiter sowie Kunden am Arbeitsplatz, im Verkaufsraum, im Lager sowie in anderen Aufenthaltsbereichen videoüberwacht. Der Grund dafür war die Verhinderung von Diebstählen und die Nachvollziehbarkeit von Warenflüssen. Eine entsprechende Rechtsgrundlage gemäß DSGVO für die Videoüberwachung war jedoch nicht vorhanden. Die Erklärung des Unternehmens ließ die Datenschutzbehörde nicht durchgehen, da ebenso mit anderen Mitteln wie stichprobenartigen Taschenkontrollen vorgegangen werden hätte können. Ein Generalverdacht ist ebenso unzulässig. Um die Videoüberwachung zu rechtfertigen, hätte es tatsächliche Verdachtsfälle von Fehlverhalten geben müssen.

Aus diesem Grund hat der Landesbeauftragte für Datenschutz in Niedersachsen ein Bußgeld von 10,4 Millionen € verhängt. Auf den Umsatz von „notebooksbilliger.de“ umgerechnet sind das ungefähr 1,04% bis 1,18%.

Info: Das Strafausmaß gemäß DSGVO kann bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu 4% des Jahresumsatzes betragen – je nachdem, welcher Betrag höher ist.

 

Unsere Praxistipps, um solche Fehler zu vermeiden:

  1. Gehen Sie sicher, dass Ihre Videoüberwachung auf einer gültigen Rechtsgrundlage basiert.
  2. Kennzeichnen Sie diese richtig und an einer Stelle, an der Personen rechtzeitig – also bevor Sie bereits mitten im Bild sind – darüber informiert werden.
  3. Reicht eine Überwachung in Echtzeit aus? Oder haben Sie einen berechtigten Grund, die Aufzeichnungen aufzubewahren? Achtung, hierbei sind strenge Fristen einzuhalten. Nach 72 Stunden müssen Sie die Videos in jedem Fall löschen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema oder zur Unterstützung bei der Umsetzung in Ihrem Unternehmen können Sie uns sehr gerne kontaktieren – wir sehen uns an, wie, wo und ob eine Videoüberwachung zulässig ist.

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