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Hanna Kroißenbrunner

Hanna Kroißenbrunner

DSGVO-Strafe: „Oma, bitte löschen!“

In Holland stellte eine Großmutter Fotos ihrer Enkelkinder auf Facebook und Pinterest und weigerte sich, diese auf Aufforderung der Mutter wieder aus dem Netz zu entfernen. Diese zeigte sie daraufhin mit Verweis auf die DSGVO an.

Die Großmutter hatte ein Foto ihres Enkels auf Facebook und ein weiteres der anderen beiden Enkelkinder auf Pinterest veröffentlicht. Ihre Tochter forderte sie daraufhin mehrmals auf, die Fotos der Kinder aus dem Internet zu löschen – ihre Mutter kam der Aufforderung jedoch nicht nach.

Daraufhin brachte die dreifache Mutter den Fall vor Gericht und forderte dort mit Bezug auf die DSGVO die sofortige Löschung der veröffentlichten Fotos der fünf- bis vierzehnjährigen Kinder. Das Gericht gab ihr Recht und verhängte gegen die Großmutter eine Geldstrafe von 50 Euro (bis hin zu einer Höchststrafe von 1000 Euro) für jeden weiteren Tag, an dem sie die Fotos nicht löschte. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass es sich um einen Verstoß gegen die DSGVO handle. Das Sorgerecht lag nicht bei der Oma und es handle sich dabei um keine private Aktivität, die Fotos auf Social-Media-Plattformen zu veröffentlichen und somit unter Umständen auch über Suchmaschinen wie Google auffindbar zu machen.

Achtung: Das Posten von Fotos anderer Personen im Internet ist aus zweierlei Gründen heikel: Erstens wird dadurch das „Recht am eigenen Bild“ eventuell verletzt. Zweitens kann es sich um einen Datenschutzverstoß handeln, wenn man keine Einwilligung dazu hat.

Sollten Sie beispielsweise Fotos Ihrer Mitarbeiter auf Ihrer Website oder in Social-Media-Kanälen posten, müssen diese das VOR DEM POSTING erlauben. Für solche Muster-Einwilligungen können Sie uns gerne kontaktieren.

Was den hier vorliegenden Fall in Holland betrifft: Das Posten von Kinderbildern sollte grundsätzlich unterlassen werden. Diese sind schließlich (noch) nicht in der Lage, in eine Veröffentlichung einzuwilligen oder zu widersprechen.

Besonders interessant in diesem Fall aus Holland ist noch: Die DSGVO kommt im privaten Bereich eigentlich gar nicht zur Anwendung. Trotzdem hat sich das Gericht darauf bezogen. Eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild (ein weiteres Menschenrecht) stellt der Vorgang aber in jedem Fall dar.

Daher unser Praxistipp: Seien Sie privat äußerst vorsichtig beim Posten. Stellen Sie keine Kinderfotos ins Netz. Was Mitarbeiter und Kollegen betrifft: Unbedingt eine Einwilligung einholen!

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