Untersuchung
Hanna Kroißenbrunner

Hanna Kroißenbrunner

Arbeitsmedizinische Untersuchung: Patientenbogen offengelegt

Im Zuge einer arbeitsmedizinischen Untersuchung, die im Auftrag eines österreichischen Unternehmen durchgeführt wurde, kam es zu einer extrem unangenehmen Datenpanne: Der Patientenbogen eines Mitarbeiters inklusive Angaben zum Gesundheitszustand/Medikation lag offen auf dem Schreibtisch der verantwortlichen Mitarbeiterin.

Ein Mitarbeiter des beauftragenden Unternehmens, der an einem der folgenden Tage im selben Institut eine Untersuchung hatte, konnte so Einsicht in die Daten seines Kollegen nehmen.

Der betroffene Mitarbeiter wurde von seinem Kollegen darauf aufmerksam gemacht. Dieser hatte den Patientenbogen auf dem Schreibtisch der dafür zuständigen Mitarbeiterin gesehen und konnte sowohl die Medikamente als auch die Wohnanschrift nennen.

Im Beschwerdeverfahren konnte nicht mehr festgestellt werden, ob es sich dabei um ein bewusstes oder unbewusstes Vorgehen handelte. 

Fakt ist: Die Mitarbeiterin wäre dafür verantwortlich gewesen, die vertrauliche Akte vor der Einsicht unbefugter Dritter zu schützen. Sie (und damit das Unternehmen!) hat somit das Recht auf Geheimhaltung verletzt.

Wir können es gar nicht oft genug betonen: Clear Desk – Clear Screen! Achten Sie stets darauf, dass keine vertraulichen Daten auf Arbeitsplätzen, die noch dazu in offen zugänglichen Bereichen stehen, frei zugänglich sind.

Sollte eine unberechtigte Person einen Blick darauf erhaschen, könnte das gravierende Folgen haben: Eine meldepflichtige Datenpanne, Verständigung der Betroffenen und im schlimmsten Fall eventuell sogar eine Strafe für das Unternehmen. Das Ziel ist, auf keinen Fall in so eine Situation zu kommen – sensibilisieren Sie daher sich selbst und Ihre Kollegen und Kolleginnen.

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